Zur Geschichte des Olivenbaums

“Der Olivenbaum ist sicher das wertvollste Geschenk des Himmels.”
Thomas Jefferson, Präsident der Vereinigten Staaten (1743-1826)
Die Wurzeln eines alten Olivenbaums Die Spuren des Olivenbaums reichen bis weit in die Vergangenheit zurück. Archäologen fanden Versteinerungen von Olivenblättern die aus dem Tertiär stammten, d.h. vor über 2,5 Millionen Jahren. Auf der griechischen Insel Santorini wurden ebenfalls versteinerte Blätter entdeckt, die sich auf 37000 Jahre v.Chr. datieren lassen.
Die wohl ältesten Indizien für den Gebrauch von Olivenöl finden sich auf der Insel Kreta, im Herzen des Mittelmeers. In den Ruinen der Paläste von Knossos und Phaistös hat man mannshohe Amphoren entdeckt, in denen Olivenöl gelagert wurde. Sie sind auf 4500 v.Chr. datiert.

Der Olivenbaum wird im Mittelmeerraum also nachweislich schon sehr lange kultiviert. Deshalb spielten Oliven und Olivenöl schon in der alten griechischen Kultur im täglichen Leben eine tragende Rolle. Die alten Griechen benutzten das wertvolle Öl zur täglichen Pflege des Körpers, zu Heilzwecken und gemeinsam mit den Oliven als Nahrungsmittel. Hinsichtlich der altgriechischen Ernährungsgewohnheiten erfahren wir in den Schriften des Aristophanes, dass alle Speisen mit Olivenöl zubereitet wurden.

Aufgrund dieses hohen Nutzens für die Menschen pries Homer das Olivenöl als “flüssiges Gold” und es entwickelte sich auch außerhalb des Mittelmeerraums ein großes Interesse an diesem wertvollen Öl. Der Handel der Hellenen mit Olivenöl reichte quer durch ganz Europa bis tief in das russische Steppenland hinein. Aufgrund des gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwungs durch diesen Handel haben die Griechen dem Ölbaum stets heiligen Respekt gezollt und ihn in vielen Sagen und Legenden besungen. Seit jeher stand auf der Akropolis ein Ölbaum und die antiken Münzen Athens zierte neben einer Eule ein Olivenzweig. In Olympia verschönerte der Ölbaum die Wettkampfstätte , die erste olympische Flamme brannte mit Olivenöl und den Siegern der Spiele wirkte ein Kranz aus Olivenzweigen- ein Symbol des Friedens und der Stärke- sowie mehrere Amphoren voll des kostbaren Olivenöls.

Sophokles, der berühmte Dichter des antiken Hellas, ließ dem Ölbaum viel Huldigungen angedeihen unter anderem diese: “Hier wächst ein gesegneter Baum. Ein unbezähmbarer Baum. Ein unsterblicher Baum. Der uns Nahrung gibt. Der Ölbaum mit den silbrigen Blättern.”

Der Sage nach sollen die Griechen den Olivenbaum von der Göttin Athene geschenkt bekommen haben. Als nämlich in Attika eine neue Stadt gegründet wurde, sollte diese nach der Gottheit benannt werden, die das wertvollste Geschenk machte. Poseidon kam mit einem Pferd, mit dem er aber nicht gewann. Denn als Athene mit ihrem Speer auf den Boden schlug entspross an dieser Stelle ein Olivenbaum, der die Griechen überzeugte und sie somit der neuen Stadt den Namen Athen verliehen.